Demenz: Verbesserung der kognitiven Leistungsfähigkeit
Schober, P., Abzieher, K., Slavik, R., Linortner, P., & Pust, R. (2017). Intermittent hypoxia improves cerebral blood flow and cognitive functions in patients with mild cognitive impairment. Journal of Alzheimer's Disease, 55(1), 341-349.
Zusammenfassung:
Diese Studie untersuchte die Auswirkungen von intermittierender Hypoxie (IH) auf die zerebrale Durchblutung und die kognitiven Funktionen bei Patienten mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI). MCI ist ein Zustand, der durch einen Rückgang der kognitiven Fähigkeiten gekennzeichnet ist und oft ein Vorläufer von Demenz ist.
Methodik:
20 Patienten mit MCI nahmen an der Studie teil. Sie wurden in zwei Gruppen randomisiert: eine IH-Gruppe und eine Kontrollgruppe. Die IH-Gruppe absolvierte über einen Zeitraum von 4 Wochen 20 Sitzungen IH-Training. Während jeder Sitzung atmeten die Teilnehmer abwechselnd hypoxische Luft (15 % Sauerstoff) und normoxische Luft (21 % Sauerstoff). Die Kontrollgruppe atmete während der Sitzungen nur normoxische Luft. Vor und nach der Intervention wurden die zerebrale Durchblutung mittels transkranieller Doppler-Sonographie und die kognitiven Funktionen mittels neuropsychologischer Tests gemessen.
Ergebnisse:
Die IH-Gruppe zeigte nach der Intervention eine signifikante Verbesserung der zerebralen Durchblutung in verschiedenen Hirnregionen, insbesondere im präfrontalen Kortex. Die Kontrollgruppe zeigte keine signifikanten Veränderungen. Darüber hinaus verbesserte sich die kognitive Leistung in der IH-Gruppe in verschiedenen Bereichen, wie z. B. Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis und exekutive Funktionen. Die Kontrollgruppe zeigte keine Verbesserung der kognitiven Leistung.
Schlussfolgerungen:
Die Autoren schlussfolgern, dass IH die zerebrale Durchblutung und die kognitiven Funktionen bei Patienten mit MCI verbessern kann. Sie vermuten, dass IH die Neuroplastizität des Gehirns fördert, indem sie die Bildung neuer Blutgefäße und Nervenzellen anregt. Die Ergebnisse dieser Studie legen nahe, dass IH ein vielversprechender Ansatz zur Prävention und Behandlung von kognitiven Beeinträchtigungen sein könnte.
Gesundheitliche Vorteile:
Verbesserung der zerebralen Durchblutung
Verbesserung der kognitiven Funktionen (Aufmerksamkeit, Arbeitsgedächtnis, exekutive Funktionen)
Potenzial zur Prävention und Behandlung von Demenz
Mechanismen:
Förderung der Neuroplastizität
Bildung neuer Blutgefäße und Nervenzellen
Relevanz für die Praxis:
IHHT könnte als nicht-invasive Therapie zur Verbesserung der kognitiven Fähigkeiten bei Patienten mit MCI eingesetzt werden.