Sport: IHHT steigert die Leistungsfähigkeit bei Sportlern und verkürzt die Regenerationsphase


Zusammenfassung

Der Artikel "Intermittierendes Höhentraining: Bedeutung und Anwendung von IHT und IHHT bei Athleten" von Dr. med. Robert Percy Marshall, Dr. med. Andrea Gartenbach und Jan-Niklas Droste in der Sportärztezeitung (2022) befasst sich mit den physiologischen Auswirkungen und der Anwendung von intermittierendem Hypoxie-Training (IHT) und intermittierendem Hypoxie-Hyperoxie-Training (IHHT) im Sport.

Hintergrund

  • IHT und IHHT simulieren Höhenbedingungen, indem sie Sportler abwechselnd sauerstoffarmer (hypoxisch) und sauerstoffreicher (hyperoxisch bei IHHT, normoxisch bei IHT) Luft aussetzen.

  • Ziel ist die Steigerung der körperlichen Widerstandsfähigkeit durch Optimierung der mitochondrialen Atmung, der Energieproduktion in den Zellen.

  • Der simulierte Sauerstoffmangel in der hypoxischen Phase regt die Mitochondrien zu effizienterer Arbeit und Regeneration an.

  • Die hyperoxische Phase bei IHHT verstärkt diesen Effekt zusätzlich.

Molekulare Mechanismen

  • IHT und IHHT fördern die Regeneration der Mitochondrien auf zellulärer Ebene.

  • Ein Schlüsselmechanismus ist die Aktivierung des Hypoxie-induzierbaren Faktors (HIF-1a) unter hypoxischen Bedingungen.

  • HIF-1a löst Reaktionen aus, die die Sauerstoffverwertung des Körpers verbessern, z.B. die Bildung neuer Blutgefäße und die Optimierung des Glukosestoffwechsels.

  • Geschädigte Mitochondrien werden abgebaut und gesunde Mitochondrien repliziert, was zu einer zellulären "Verjüngung" führt.

Regeneration und IHT/IHHT

  • IHT und IHHT fördern die Regeneration von Sportlern nach Belastung, indem sie die antioxidative Kapazität der Mitochondrien erhöhen.

  • Sie stimulieren die Kapillarerweiterung in beanspruchten Geweben und Organen, wodurch die Sauerstoffversorgung verbessert wird.

  • Athleten regenerieren durch IHT/IHHT besser, steigern ihre Leistung effektiver und haben ein geringeres Stresslevel.

  • Die mitochondriale Therapie kann die zelluläre Energiegewinnung von Zuckerverbrennung auf Fettverbrennung umstellen, was dem Körper mehr Energie für die Stressanpassung bereitstellt.

Einfluss auf das autonome Nervensystem

  • IHT und IHHT haben einen positiven Einfluss auf das autonome Nervensystem (ANS).

  • Durch die Aktivierung des Parasympathikus ("Ruhenerv") kommt es zu einer Entspannung und verbesserten Stressregulation.

  • IHT und IHHT wirken wie ein "Vagustraining", das die Anpassungsfähigkeit des Herzens an Belastungen erhöht.

  • Studien zeigen, dass eine erhöhte sportliche Leistungsfähigkeit mit einer verbesserten parasympathischen und sympathischen Modulationsfähigkeit einhergeht.

Anwendung im Sport

  • IHT und IHHT verbessern die Belastungstoleranz, die Regenerationsfähigkeit und die Stressresistenz von Sportlern.

  • Sie dienen als Ergänzung zum herkömmlichen Training, um die Leistungsfähigkeit zu steigern und die Regeneration zu fördern.

  • IHT und IHHT können auch präventiv eingesetzt werden, um die Gesundheit zu erhalten und altersbedingten Krankheiten vorzubeugen.

Fazit

IHT und IHHT sind vielversprechende Methoden im Sport, um die Leistungsfähigkeit und Gesundheit von Athleten zu optimieren. Sie fördern die mitochondriale Funktion, die Stressresistenz und die Regeneration, und wirken sich positiv auf das autonome Nervensystem aus.

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Demenz: Die Auswirkungen der IHHT-Therapie bei Demenz: Eine wissenschaftliche Analyse

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